Geschichte

Die Gemeinde Großschwabhausen liegt im östlichen Teil des Landkreises Weimarer Land
ca. 20 km östlich von Weimar,
ca. 10 km westlich von Jena und
ca. 15 km südlich von Apolda.

Die Gemarkung des 318 m über NN gelegenen Ortes erstreckt sich entlang des Schwabhäuser Grundes, dessen Talhänge nach Norden und Süden ansteigen. Hier befindet sich die Wasserscheide zwischen Saale und Ilm.

Die nördliche Grenze des Ortes bildet ein artenreicher Eichenmischwald, der Hain. Wegen der Vielzahl geschützter Pflanzen wurde der Hain 1989 zum Naturschutzgebiet erklärt und ist heute noch Besuchermagnet für Naturfreunde, die im Frühling einen wahren Teppich aus Frühblühern bewundern können.

Großschwabhauen liegt auf der Südostthüringischen Buntsandstein- und Muschelkalkplatte.

Der Ort wurde, wie aus verschiedenen Urkunden hervorgeht, Schwabhausen, Suabehusen und auch Schwabhusen genannt. Aus seinem früheren Namen Schwabhusen geht hervor, dass das Dorf deutschen Ursprungs ist.

Erstmals wird Großschwabhausen deutlich 876 im Ingelheimer Protokoll wegen des Zehntstreits in Thüringen erwähnt. Zuvor gibt es noch andere Quellen deren Zuordnung noch geklärt werden muss. Der grundherrliche Besitz war im Mittelalter der Adelsfamilie Schwabhausen, deren Burg jedoch völlig verschwunden ist, zuzuordnen. Es ist lediglich der ungefähre Standort bekannt und es handelte sich aller Wahrscheinlich nach um einen herrschaftlichen Gutshof.

1350 fiel Großschwabhausen mit der Kirchberg’schen Herrschaft der Wasserburg Kappellendorf an die Stadt Erfurt. Während des 30jährigen Krieges wurde der Ort schwer zerstört. Die Ökonomie des Dorfes war von der Landwirtschaft bestimmt, die überwiegend in groß- und mittelbäuerlichen Hofanlagen betrieben wurde. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts spielte die Entwicklung von Handwerksbetrieben sowie die Imkerei eine große Rolle.

Einen neuen Aufschwung, der die Bevölkerung auch heute noch stetig wachsen lässt, brachte die 1876 eröffnete Weimar-Gera-Eisenbahn, die vielen Bürgern einen guten Verdienst gab und auch Arbeitsplätze in der Stadt eröffnete.

Während der sozialistischen Jahre prägte vor allem die LPG „Klara-Zetkin“ mit seiner Tier- und Pflanzenproduktion das gesellschaftliche Leben und war der vorrangige Arbeitgeber für den größten Teil der Bevölkerung.

In Großschwabhausen gibt es mehrere Eigenheimsiedlungen, so „Auf dem Anger“, „Am Park“ und „In der Gartensiedlung“.

Nach der Wende wurden verschiedene öffentliche Einrichtungen geschaffen, wie die Kegelbahn, eine neue Drei-Felder-Sporthalle, das Gemeindehaus, ein Sportplatz mit Sportlerheim, ein neuer Tanzplan, das Feuerwehrhaus, ein neuer Gemeindesaal und vieles mehr…

Die Infrastruktur von Großschwabhausen wird stetig verbessert, so verfügt Großschwabhausen seit 2010 über einen schnellen Breibandanschluss (bis 25.000 kb/s), einen Kindergarten, eine Schule, eine Arztpraxis, sowie verschiedene kleine Handwerksbetriebe und andere Handelsgewerbe an zwei gut erschlossenen Standorten. Der Gewerbestandort „Kleinschwabhäuser Grenze“ ist direkt an der L1060 gelegen und wurde 2009 noch einmal in seinen Kapazitäten erweitert.
Großschwabhausen ist zudem Kirchspiel und Sitz des zuständigen Pfarramtes unter Leitung des Pfarrer Klaus Bergmann.

Die Gemeinde Hohlstedt wurde zum 1. Dezember 2007 als Gebietskörperschaft aufgelöst und zusammen mit seinem Ortsteil Kötschau in die Gemeinde Großschwabhausen eingegliedert. Hohlstedt wird erstmals in der Urkunde des König Otto I. für den Grafen Billung aus dem Jahre 958 als Haholstat erwähnt und ist auf den germanischen Personennamen Haholt zurückzuführen.

Der Ortsteil Kötschau wird erstmals in einer Urkunde von Kaiser Friedrich I. für Kloster Altenzelle 1183 als Cotisowe genannt. Das Rittergut übte Partrialgerichtsbarkeit im Ort aus, die Bewohner betrieben Landwirtschaft, zumeist in mittelbäuerlichen Betrieben. Während zum Rittergut am Ende des 19. Jahrhunderts nur 89 ha gehörten.

Großschwabhausen hat mit seinen Ortsteilen Hohlstedt und Kötschau zurzeit 1069 Einwohner.