Abschied von unserem Freund Frank Störzer

Alle, die jemals mit uns gewandert sind, kennen ihn und erinnern sich an wunderbar interessante, akribisch vorbereitete Vorträge inmitten von weiten Fluren und Gänseblümchen.

Foto: Diana Brückner-Rentzsch

Frank Störzner – „der Papst der Steinkreuze“ – wie er nicht nur unter Historikern hochachtungsvoll bezeichnet wird, ist im Alter von nur 67 Jahren am 27.12.2025 im Kreise seiner Familie von uns gegangen. Er hat ein Lebenswerk hinterlassen, was weit mehr als nur wenige Generationen überdauern wird. Bereits mit 14 Jahren auf einer Wanderung mit seinen Eltern vom Forscherdrang gepackt, als er ein umgefallenes Steinkreuz entdeckte, begann er sich damit zu beschäftigen: Seither war sein ganzes Leben dem Erfassen, Erforschen und Erhalten von Steinkreuzen und Kleindenkmalen in Thüringen gewidmet. Bereits in diesen jungen Jahren wurde er als ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger für das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie eine wertvolle Unterstützung und leistete einen großen ehrenamtlichen Beitrag zur Erforschung unserer Heimatgeschichte. Schon 1996 erhielt er den Thüringer Denkmalschutzpreis und veröffentlichte mehrere Bücher, die längst als Standardwerke auf dem Gebiet der Steinkreuze gelten. Nicht allein für seine Arbeit, sondern gleichermaßen als Mensch wurde er sehr geschätzt. Mehr als 600 Steinkreuze hat er in unserer Heimat erfasst und alle persönlich vor Ort besucht. Mit uns zusammen hat er das Steinkreuz in Großschwabhausen geborgen und als einst verschollenen Schatz aus dem Mittelalter wiedererrichtet. Er war stolz, somit auch Teil unserer Ortsgeschichtsforschung zu sein und seither verband ihn und uns eine große Freundschaft.

Viele Male waren wir gemeinsam Probewandern, haben längst vergessene Wege, Denkmale und Geschichten gesucht und gefunden; Kaffee aus der Thermoskanne und selbstgebackener Kuchen waren auf unserem Weg stets dabei. Viele schöne Erinnerungen sind so geblieben, und wir haben viel von ihm lernen können.

Foto: Frank Störzer

Ohne Frank Störzner wären unsere Wanderungen kaum so wunderbar gelungen, und er hat uns erst recht mit seinem Wissen über all das Interessante am Wegesrand inspiriert.

Niemand wird Frank Störzner ersetzen können, doch wir wollen sein Wirken zumindest hier bei uns fortführen. Er wird so auch bei unseren zukünftigen Wanderungen mit dabei sein und uns mit einem hellen Sonnenstrahl die Steinkreuze am Wegesrand zeigen.

Foto: Jens Blumenstein

Danke lieber Frank!

Diana Brückner-Rentzsch

Verein für Ortsgeschichte Großschwabhausen e.V.

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